Die Ausstellung der Kermaik bis 1945
Die Geschichte der Stadt Bunzlau ist stark mit dem Topfgewerbe und der Keramikproduktion verbunden. Die Stadt, die im Bober- und Queis-gebiet liegt, ist mit ihrer Umbgebung reich an die Töpfertonlagerstätte. Hier trat auch ein gebranntes glasfertiges überzeug bei Topfwaren auf, das typisch für die bunzlauer Topferzeugnisse war.
Die frühzeitige Erwähnung von einem Topfmeister aus Bunzlau ist in den Stadtschriften von Schweidnitz schon aus dem Jahre 1380 zu finden. Die Topfmeistern wurden am Anfang des 16. Jahrhunderts zu einer Handwerkerzunft.
Das Rathaus, Abriss der Stadt Bunzlau nach F.B. Werner, 1745
Das Keramikmuseum besitzt die Sammlungen des örtlichen Stein-zeugs mit über 2000 Exponaten. Die ältesten stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es sind die handgeformten Kannen, mit runden Bäuchen, glatt oder quer geriefelt.
Die Kannen sind mit dem braunen Glasfluss bedeckt – typisch für die bunzlauer Erzeugnisse. Die Zinnkrugdecken wurden an die Krugöse befestigt, mit den eingravierten Daten und Initialen.
Iehmglasierte Gefässe, 18. Jh.
Geformte Gefässe mit Reliefauflagen, Ende des 18. Jhs
Die Kannen mit weisser Feldspotglasur stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Diese Dekorationselemente aus dem weissen Ton, die sich auf dem dunklen Geschirrgrund schön sichtbar machen, waren eine typische Neuheit der bunzlauer Herstellung.
Gefässbruchstück mit dem bunzlauer Wappen, die zweite Hälfte des 18. Jhs
Ausser den Kannen und Bierkrügen, ebenfalls mit der Feldspotglasur geschmückt, waren die Kaffebecher sehr beliebt. Die Feldspotglasur erschien mit verschiedenem Motiv: bunzlauer Wappen, Adam und Eva (das Wappen der Töpfermeistern), Wappenforscherbilder, Vögel, Pflanzen.
Gefässbruchstück mit den Figuren Adam und Eva, die zweite Hälfte des 18. Jhs
Die bedeutenden änderungen bei der Herstellung des örtlichen Steinzeugs wurde von Johann Gottlieb Altmann eingeführt. Er begann die Topfwaren aus weissem Steinzeug herzustellen, das vorher nur zur Feldspotglasurproduktion gilt. Zur Ausschmückung wurden von ihm die Antikmotive angewendet.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen neben dem gebrannt glasfertigen überzeug die weissen Erzeugnisse, mit farbiger Dekorierung, zürst mit einem Schwamm, dann Gummistempel in manningfaltiger Form als Zirkel, Punkte, Fischschuppe oder Kleeblatt bedeckt.
Steinzeuggefässe mit Stempelmotiv, um die Wende des 19. zum 20. Jh.
Im Jahre 1897 richtete man auf der Stadt Anregung eine Keramik Fachchule ein. Als Direktor wurde Dr. Wilhelm Pukall berufen. Er war damals sehr bekannter Fachmeister und Leiter der Königskeramikmanufaktur in Berlin. Dank der Experimentarbeit und verbesserten Methoden der Schule hat man sich über den grossen technischen Wert überzeugt, und damit neü Ausdruckmittel, an der örtlichen Tradition angelehnt, für die Verzierungen gefunden.
Die Stadt Bunzlau wird als ,,die Stadt des guten Tones” betrachtet, worauf gerade diese Schule einen sehr grossen Einfluss hatte.
Ansichtskarte-die Keramik Fachschule in Bunzlau, 1899
Die Schule besuchten vor allem die Sohne der Topfmeistern, und sie konnten damit das erworbene Wissen in ihren Werkstätten ausnutzen. Den grössten Einfluss auf die Schule hatte, die im Jahre 1993 eingerichtete Werkstatt von Julius Paul gehabt. Paul war der erste, der die Ideen vom Direktor Pukall einführte, und damit sich der Gunst seines erfreute.
In der Pauls Werkstatt enstand eine Reihe von Frühstück- und Speiseservice, Kerzenständer, Blumentöpfe, Schüssel und Vasen, die mit dem Schwammstück -und Stempel zu einem Motiv geschmückt wurden. Im zweiten Jahrzehnt des 20. Jarhunderts erschienen auch die mit Handbrause verzierte Erzeugnisse.
Eine sehr wichtiger Rolle in der Bildung des Kuntniveaus vom damaligen Steinzeugscharackter hat die Firma Hugo Reinhold gespielt, die die Ideen der bunzlauer Keramik Fachschule realisierte.
Ausser den schon benutzten Techniken erarbeitete man als eine Neuartigkeit das Ansatz- und Mattglassgeschirr, das mit einer Vergoldung vom Sezesionsstil verziert wurde.
Hugo Reinhold, die Vase, um 1915
Die Werkstatt von Carl Werner führte am Ende der zwanziger Jahren ausser den Ansatzformen den Maldekor mit dem Pflanzenmotiv auf dem Geschirrservice ein.
Die Vase, Laufglasur, Carl Werner, um 1920
Im Jahre 1936 gründete man aus der Initiative der bunzlauer Keramik Fachschule ein Verein, das den Namen “bunzlauer Braunzeug” trug.
Charakteristisch für diese Produkte war das braune mit weisser Eckchenverzierung Geschirr.


